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Zeiterfassung Software: Vergleich für kleine und mittlere Unternehmen [2026]

Zeiterfassung Software im Vergleich: 10-Punkte-Checkliste, BAG-Urteil erklärt, DSGVO-Anforderungen und warum Zeiterfassung + Dienstplanung zusammengehören.

Shiftdesk Redaktion
16 Min. Lesezeit
Mann prüft Arbeitszeit auf Smartwatch – Zeiterfassung Software

Seit dem BAG-Beschluss von 2022 ist klar: Arbeitgeber in Deutschland sind grundsätzlich verpflichtet, die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten systematisch zu erfassen. Aber welche Zeiterfassung Software passt zu einem kleinen oder mittleren Unternehmen? Was muss sie können, was darf sie kosten – und worauf solltest du bei der Auswahl achten?

Dieser Artikel gibt dir eine 10-Punkte-Checkliste für die Auswahl, vergleicht Erfassungsmethoden für verschiedene Arbeitsplätze und zeigt, warum die Kombination aus Zeiterfassung und Dienstplanung für KMU besonders sinnvoll sein kann.

Warum Zeiterfassung Software 2026 für Arbeitgeber relevant ist

Das BAG-Urteil 2022 und seine Folgen für KMU

Im September 2022 stellte das Bundesarbeitsgericht fest, dass Arbeitgeber in Deutschland grundsätzlich verpflichtet sind, ein System einzuführen, mit dem die Arbeitszeiten erfasst werden können. Diese Pflicht ergibt sich nach Auffassung des BAG bereits aus dem bestehenden Arbeitsschutzgesetz – ein neues Gesetz ist dafür nicht nötig.

Für KMU bedeutet das: Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie Arbeitszeiten erfasst werden. Mehr zum rechtlichen Hintergrund in unserem Artikel zur Zeiterfassungspflicht 2026.

Was kann passieren, wenn Unternehmen nicht digital erfassen?

Wer keine nachvollziehbare Zeiterfassung hat, riskiert nach aktuellem Stand mehrere Nachteile: Bei Streitigkeiten über Überstunden oder Lohnansprüche kann die Beweislast zulasten des Arbeitgebers gehen. Betriebsprüfungen durch Zoll oder Sozialversicherungsträger können Mängel aufdecken. Und die zuständigen Aufsichtsbehörden können nach dem ArbZG Anordnungen treffen.

Wichtig

Die hier genannten Konsequenzen basieren auf der aktuellen Rechtsprechung und dem bestehenden ArbZG. Die genaue gesetzliche Ausgestaltung der Erfassungspflicht steht noch aus. Im Zweifel sollte ein Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzugezogen werden.

Mann prüft seine Arbeitszeit – Zeiterfassung Software im Einsatz

10-Punkte-Checkliste: Was eine gute Zeiterfassung Software können sollte

Nicht jede Software passt zu jedem Betrieb. Diese 10 Kriterien helfen bei der Auswahl – sortiert nach Relevanz für KMU mit Schichtbetrieb:

1

Erfassung per App, Browser und Terminal

Flexibilität für verschiedene Arbeitsplätze: Außendienst braucht eine App, Büro einen Browser, Produktion ein Terminal. Idealerweise unterstützt die Software alle drei Methoden.

2

Automatische Pausenberechnung

Nach ArbZG-Grundsätzen: 30 Minuten ab 6 Stunden, 45 Minuten ab 9 Stunden. Die Software sollte Hinweise geben, wenn Pausen fehlen oder zu kurz sind.

3

Stundenkonto mit Soll-Ist-Vergleich

Plus- und Minus-Salden pro Mitarbeiter, automatisch berechnet. Monats- und Jahresübersicht für die Auswertung.

4

ArbZG-Hinweise (Ruhezeiten, Höchstarbeitszeit)

Hinweise bei möglichen Konflikten mit Ruhezeiten (grundsätzlich 11h) und Höchstarbeitszeit (max. 10h/Tag). Kein Ersatz für eine rechtliche Prüfung, aber eine praktische Unterstützung.

5

DSGVO – EU-Hosting, AVV, Datensparsamkeit

Personaldaten gehören in die EU. Achte auf EU-Hosting, einen AVV, Verschlüsselung, rollenbasierte Zugriffskontrolle und Löschfristen.

6

Export für Lohnabrechnung

Erfasste Stunden, Zuschläge und Abwesenheiten exportierbar als CSV – kompatibel mit gängigen Abrechnungssystemen.

7

Abwesenheitsverwaltung (Urlaub, Krank)

Urlaubsanträge, Krankmeldungen und Sonderurlaub im selben System wie die Zeiterfassung. Kein separates Tool nötig.

8

Verknüpfung mit Dienstplanung

Der entscheidende Unterschied: Soll-Zeiten aus dem Dienstplan, Ist-Zeiten aus der Erfassung – automatischer Abgleich. Die meisten reinen Zeiterfassungs-Tools bieten das nicht.

9

Mobile Offline-Fähigkeit

Für Baustellen, Lager oder Bereiche ohne WLAN: Die App sollte auch offline funktionieren und die Daten synchronisieren, sobald eine Verbindung besteht.

10

Nachvollziehbare Dokumentation

Änderungshistorie, Genehmigungsstatus und Audit-Trail. Wichtig für Betriebsprüfungen und arbeitsgerichtliche Verfahren.

Shiftdesk unterstützt alle 10 Punkte.

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Zeiterfassung für verschiedene Arbeitsplätze: Welche Methode passt?

ArbeitsplatzEmpfohlene MethodeVorteileTypische Kosten
Büro & HomeofficeBrowser-StempeluhrKein Download, am PC nutzbarIn Software enthalten
Außendienst & HandwerkMobile App (iOS/Android)Flexibel, GPS, offline-fähigIn Software enthalten
Produktion & LagerTablet-Terminal am EingangFester Standort, einfach+ Hardware (~200 EUR)
SchichtbetriebApp + Dienstplan-VerknüpfungSoll-Ist automatischIn Software enthalten

Für Schichtbetriebe ist die Verknüpfung mit dem Dienstplan besonders wertvoll. Mehr dazu auf unserer Seite zum Schichtplaner online.

Mitarbeiter erfasst Arbeitszeit auf Tablet im Büro

Zeiterfassung und Dienstplanung: Warum KMU beides in einem System brauchen

Die meisten Zeiterfassungs-Tools kennen nur Ist-Zeiten: Wann hat der Mitarbeiter gestempelt? Was sie nicht wissen: Was war eigentlich geplant? Die Soll-Zeit fehlt – und damit auch der automatische Abgleich. Das Ergebnis: Doppelte Datenpflege, manuelle Soll-Ist-Vergleiche in Excel, Übertragungsfehler bei der Lohnabrechnung.

Ein System, das Dienstplanung und Zeiterfassung verbindet, löst dieses Problem: Die Soll-Zeiten kommen aus dem Dienstplan, die Ist-Zeiten aus der Erfassung. Der Abgleich erfolgt automatisch. Überstunden, Minusstunden und Abweichungen werden sofort sichtbar.

Genau das ist der Ansatz von Shiftdesk. Für die allgemeine Dienstplanung gibt es unsere Seite Dienstplan online erstellen. Für die Zeiterfassungs-Lösung die Seite Zeiterfassung für Mitarbeiter.

DSGVO-Anforderungen an Zeiterfassungssoftware

Personaldaten – und dazu gehören Arbeitszeiten – unterliegen dem Datenschutz. Wer eine Zeiterfassung Software einführt, sollte auf diese Punkte achten:

EU-Hosting und AVV

Daten sollten in der EU gehostet werden. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO ist bei der Verarbeitung von Personaldaten in der Regel erforderlich.

Datensparsamkeit

Nur die Daten erfassen, die für die Zeiterfassung nötig sind: Beginn, Ende, Dauer, Pausen. GPS-Tracking nur mit ausdrücklicher Einwilligung und nur wo betrieblich notwendig.

Zugriffskontrolle

Rollenbasierte Rechte: Mitarbeiter sehen nur ihre eigenen Daten, Teamleiter ihr Team, HR die Gesamtübersicht. Keine pauschale Einsicht für alle.

Löschfristen

Arbeitszeit-Daten müssen nach dem ArbZG grundsätzlich mindestens 2 Jahre aufbewahrt werden. Danach sollten sie gelöscht werden können. Die Software sollte Löschfristen unterstützen.

Mitarbeiter nutzt Zeiterfassung App am Smartphone – auch abends

Zeiterfassung Software einführen: Die ersten 7 Tage

Die Einführung einer digitalen Zeiterfassung muss nicht kompliziert sein. Dieser Fahrplan zeigt, wie du in einer Woche live gehen kannst:

1

System einrichten und konfigurieren

Erfassungsmethode festlegen (App, Browser, Terminal), Arbeitszeitmodelle definieren, Pausenregeln hinterlegen.

2

Mitarbeiter anlegen und einladen

Stammdaten erfassen, Vertragstyp und Wochenstunden hinterlegen, Zugangsdaten versenden.

3

Testlauf mit kleinem Team

3-5 Mitarbeiter testen das System eine Woche lang. Feedback sammeln, häufige Fragen klären.

4

Anpassungen vornehmen

Basierend auf dem Feedback: Pausenregeln anpassen, Stundenkonto-Einstellungen prüfen, Genehmigungsworkflow definieren.

5

Rollout für alle Mitarbeiter

Kurze Einweisung (15 Min. reichen), FAQ-Blatt bereitstellen, Ansprechpartner benennen.

6

Erste Monatsauswertung

Soll-Ist-Vergleich prüfen, Stundensalden kontrollieren, Export für die Lohnabrechnung testen.

7

Optimierung und Feinschliff

Nach dem ersten Monat: Was funktioniert gut, was nicht? Einstellungen anpassen, Vorlagen erstellen.

Häufige Fragen zu Zeiterfassung Software

Ist Zeiterfassung 2026 Pflicht?

Das Bundesarbeitsgericht hat 2022 festgestellt, dass Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet sind, die Arbeitszeiten systematisch zu erfassen. Die genaue gesetzliche Ausgestaltung steht noch aus. Der Handlungsbedarf besteht aber bereits.

Was kostet eine Zeiterfassung Software für KMU?

Die Kosten variieren je nach Anbieter und Funktionsumfang. Typische Preise liegen zwischen 2 EUR und 10 EUR pro Mitarbeiter und Monat plus einer Grundgebühr. Shiftdesk beginnt ab 25 EUR/Monat zzgl. USt. (6 MA inklusive).

Welche Zeiterfassungsmethode eignet sich für kleine Unternehmen?

Für kleine Teams reicht oft eine App-basierte Lösung. Mitarbeiter stempeln per Smartphone, die Daten werden zentral ausgewertet. Für Büro-Teams ist eine Browser-Stempeluhr praktisch.

Ist eine Zeiterfassung per Excel noch zulässig?

Grundsätzlich schreibt das Gesetz keine bestimmte Methode vor. Allerdings muss die Erfassung nach der Rechtsprechung objektiv, verlässlich und zugänglich sein. Excel kann das im Einzelfall leisten, ist aber fehleranfällig und bei Betriebsprüfungen schwer nachvollziehbar.

Was muss eine Zeiterfassung Software für DSGVO bieten?

EU-Hosting, einen AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag), Datensparsamkeit, rollenbasierte Zugriffskontrolle und Löschfristen. GPS-Tracking nur mit ausdrücklicher Einwilligung.

Kann ich Zeiterfassung und Dienstplanung in einem System nutzen?

Ja. Systeme wie Shiftdesk verbinden Dienstplanung und Zeiterfassung, sodass Soll-Zeiten aus dem Dienstplan automatisch mit den erfassten Ist-Zeiten abgeglichen werden. Das spart doppelte Datenpflege und reduziert Fehler.

Fazit

Die Wahl der richtigen Zeiterfassung Software hängt von deinem Betrieb ab: Wie groß ist das Team, wo arbeiten die Mitarbeiter, brauchst du eine Verknüpfung mit dem Dienstplan? Die 10-Punkte-Checkliste gibt dir eine klare Orientierung. Und die DSGVO-Anforderungen sorgen dafür, dass du auf der sicheren Seite bist.

Wenn du eine Lösung suchst, die Zeiterfassung und Dienstplanung in einem System verbindet, teste Shiftdesk 14 Tage kostenlos – ohne Kreditkarte.


Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Die Darstellung orientiert sich am Arbeitszeitgesetz (ArbZG), dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der DSGVO in der aktuellen Fassung (Stand: 2026). Tarifvertragliche Sonderregelungen können abweichen. Die Darstellung bezieht sich auf deutsches Recht. Für Österreich und die Schweiz gelten abweichende Regelungen. Shiftdesk übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der dargestellten Inhalte. Für eine individuelle Bewertung wende dich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.

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Redaktion für Dienstplanung und Arbeitsrecht

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